Während das Trägermodell in Frankreich, Grossbritannien und den USA von einem vollwertigen Rechtsstatus profitiert, gilt das nicht für die Schweiz, wo die Praxis durch das Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVG) geregelt wird. Mit der Gründung der SPS-Switzerland Payroll Services SA will die Interiman Group dieses Modell fördern, welches sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber zahlreiche Vorteile mit sich bringt, wie der Leiter des neuen Unternehmens David Saxod erläutert.    

David Saxod ist ein bekanntes Gesicht bei der Interiman Group in Genf. Der heutige Regionaldirektor für den Dienstleistungssektor kam 2009 als Berater zur Gruppe. Ein multidisziplinäres Programm hatte ihn zuvor unter anderem ins kanadische Vancouver geführt, wo er sich nach seinem BWL-Studium auf den Bereich Marketing spezialisierte. Als Kenner des lokalen Wirtschaftsgefüges, dem die Philosophie des Unternehmens, bei dem er die Karriereleiter hinaufkletterte, im Blut liegt, steht der gebürtige Franzose aus Annecy heute gleich vor einer doppelten Herausforderung. Zum einen übernahm er kürzlich die Leitung von SPS-Switzerland Payroll Services, einem Unternehmen für Payroll-Services, das im Sommer von der Interiman Group gegründet wurde. Zum anderen hat er sich zum Ziel gesetzt, ein in der Schweiz noch relativ unbekanntes Modell zu fördern, dem nach Ansicht zahlreicher Experten eine vielversprechende Zukunft bevorsteht.

Zeit- und Geldersparnis

Worum genau handelt es sich beim Trägermodell? Kurz gesagt, stellt das Konzept ein dreiseitiges Vertragsverhältnis zwischen einem Freiberufler, einem Kunden und einer Trägergesellschaft dar. Im Klartext heisst das, dass Freiberufler von den normalen Leistungen für Arbeitnehmer profitieren können (Arbeitslosenversicherung, berufliche Vorsorge). Gleichzeitig erhalten Unternehmen, die externe Fachkräfte beschäftigen, die Gewissheit, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Zu diesem Zweck schliesst der Freiberufler einen Arbeitsvertrag mit einem Drittunternehmen ab, in diesem Fall SPS-Switzerland Payroll Services, das als sein Arbeitgeber fungiert. SPS berechnet auf Grundlage des Auftrags, den der Freiberufler direkt mit seinem Kunden ausgehandelt hat, einen Stundensatz, der ihm als Gehalt ausgezahlt wird.

« Vom Umsatz wird ein Pauschalbetrag von 5 % abgezogen, der unsere gesamten Leistungen abdeckt. Die zu entrichtenden Sozialabgaben werden dann auf Grundlage des Restbetrags ermittelt. Der Vorteil? Freiberufler sparen sowohl Verwaltungskosten als auch jede Menge Zeit, da Verwaltungsaufgaben bis zu 20 % ihrer Tätigkeit ausmachen können. Dank des Trägermodells kann sich der Freiberufler voll und ganz auf die Beschaffung und Erfüllung von Aufträgen konzentrieren », erklärt David Saxod. Freiberufler haben zudem die Möglichkeit, gegebenenfalls Arbeitslosengeld zu beziehen, und sind gleichzeitig von den Formalitäten befreit, die für die Erlangung des Status als Freiberufler erforderlich sind, für den bestimmte Bedingungen gelten. 

Wer nimmt die Dienste von SPS-Switzerland Payroll Services in Anspruch? Am stärksten vertreten sind die Bereiche IT, Finanzen, Supply Chain sowie Forschung und Entwicklung, also Tätigkeiten mit hoher Wertschöpfung im Dienstleistungsbereich, die zumeist von erfahrenen Freiberuflern erbracht werden.

Sicherheit und Flexibilität

Während das Trägermodell in Frankreich, Grossbritannien und den USA von einem vollwertigen Rechtsstatus profitiert, ist dies in der Schweiz noch nicht der Fall. « Bei uns wird das Modell durch das Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih geregelt, das es faktisch Tätigkeitsfeldern von Unternehmen wie dem unserem zuordnet. Langfristig möchte ich jedoch darauf hinarbeiten, eine volle Anerkennung dieses Status zu erreichen. Das würde mehr Anerkennung für den in der Schweiz sehr stark vertretenen Berufsstand der Freiberufler bedeuten, der bisher keine eigene Stimme hat, insbesondere wenn es darum geht, für seine Interessen einzutreten. »

Allgemein sieht der Leiter von SPS-Switzerland Payroll Services das Trägermodell als Zukunftsmodell. Seiner Ansicht nach erfüllt es die Anforderungen einer neuen Generation von Arbeitskräften, die Wert auf ihre Freiheit legen, aber die Frage der Vorsorge nicht vernachlässigen wollen. « Die Tatsache, dass Freiberufler von der sozialen Absicherung eines Arbeitnehmers profitieren und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Aufträge beibehalten, macht diese Formel besonders attraktiv. Im Endeffekt ist es eine Möglichkeit, Sicherheit und Flexibilität miteinander zu kombinieren. »

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